Museum

Das 1987 eröffnete, institutionell vom Bund und dem Land Niedersachsen geförderte Landesmuseum zeigt seltene, wertvolle und ungewöhnliche Exponate, die Sie mit auf eine beeindruckende Reise durch Landschaft, Geschichte und Kultur Ostpreußens und der Deutschbalten nehmen.

Warum liegt das Museum in Lüneburg? 1945 endete die etwa 700 Jahre währende deutsch geprägte Geschichte Ostpreußens, als die Provinz nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeteilt und von Deutschland abgetrennt wurde. Viele Gefl ohene und Vertriebene strandeten in und um Lüneburg. Sie gründeten hier bereits 1958 ein Ostpreußisches Jagdmuseum, dessen Sammlung später den Kern des modernen Landesmuseums bilden sollte.

Das Ostpreußische Landesmuseum kooperiert eng mit Kultureinrichtungen im östlichen Europa, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und im freundschaftlichen Miteinander einer gemeinsamen europäischen Idee das deutsche Kulturerbe zu erforschen und zu bewahren.

Leitbild des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg

Präambel

Wir, das Ostpreußische Landesmuseum, sind national und international das Museum für Kultur, Kunst und Geschichte der früheren Provinz Ostpreußen sowie der Deutschbalten.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist insofern ein Museum besonderer Art, als es sich nicht in seinem natürlichen gewachsenen Umfeld befindet.
Einem gesetzlichen Auftrag folgend halten wir mit einer interdisziplinären Sammlung, unserer professionellen Vermittlungsarbeit und unseren vielfältigen Ausstellungen diesen bedeutenden Aspekt deutscher Kulturgeschichte in Erinnerung.

Dies geschieht in Kooperation mit Kultur- und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Mittels unserer Forschung, musealen Präsentation und länderübergreifenden Kulturarbeit tragen wir zu einem gesamteuropäischen Bewusstsein bei.

Wir sind Teil der Lüneburger Kulturlandschaft, nachdem nach 1945 hier besonders viele Vertriebene und Flüchtlinge einen Neubeginn versuchten und sich bereits wenige Jahre später der Bewahrung ihrer Kultur und Geschichte widmeten.


Unsere Aufgabe

Unser Museum ist der zentrale Sammlungsort für dingliches Kulturgut aus Ostpreußen sowie der Deutschbalten. Dieses kulturelle Erbe wollen wir für zukünftige Generationen erforschen, bewahren und vermitteln. Wir wollen nachhaltig Interesse und Begeisterung an der Geschichte, Kultur und Kunst der Ostpreußen und Deutschbalten wecken und diesen Teil deutscher Geschichte in allen Facetten darstellen. Wir wollen auf diese historischen Siedlungsgebiete aufmerksam und neugierig machen. Deren heutige Bewohner wollen wir über die deutsche Geschichte ihrer Region informieren, um so wechselseitig zu einem besseren Verständnis beizutragen.

Entsprechend fördern wir das friedliche Miteinander in Europa und die Völkerverständigung, insbesondere zu den früher von Ostpreußen und Deutschbalten bewohnten Gebieten, die heute zu Estland, Lettland, Litauen, Polen und Russland gehören.

Unsere international einzigartige Sammlung ist das Herzstück unseres Museums. Sie soll mit abwechslungsreichen Wechselausstellungen, einer großen Dauerausstellung sowie einem breiten Kulturbegleitprogramm zu steten Wiederholungsbesuchen einladen. Wir möchten unser Museum zu einem Ort der Kommunikation gestalten, generations- wie auch grenzübergreifend. Hierzu bieten sich in besonderem Maß Gespräche mit Zeitzeugen an, deren Aussagen für die Nachwelt erhalten bleiben sollen.

Unsere Besucher

Bei unserer Vermittlungsarbeit stehen unsere Besucher im Mittelpunkt; wir wollen auf die Bedürfnisse junger Familien ebenso eingehen wie auf die älterer Menschen, etwa der so genannten Erlebnisgeneration. Daher konzipieren wir Ausstellungen möglichst so, dass sie aktivieren, unterhalten und intellektuelle wie sinnliche Erfahrungen ermöglichen.

Als außerschulischer Lernort möchten wir einen lebendigen, erlebnisreichen Raum für Bildungs- und Freizeiterlebnisse bieten und so Schulklassen und anderen Gruppen vermitteln, dass Lernen im Museum einen nicht ersetzbaren Mehrwert darstellt und entsprechend bereichernd sein kann. Auch eher Museumsdistanzierte wollen wir mit unserer Arbeit erreichen und begeistern.

Wir suchen den aktiven Dialog mit unseren Besuchern. Wir wenden uns an die Erlebnisgeneration der Ostpreußen und Deutschbalten und an deren Nachkommen. Unsere Zielgruppe sind aber auch alle übrigen Kulturinteressierten des In- und Auslands, denen wir einen bedeutenden Teil deutscher Geschichte nahebringen wollen. Nicht zuletzt wollen wir auch zunächst nur touristisch Interessierte über die Kulturgeschichte unserer Schwerpunktregionen informieren.

Unsere Partner

Erfolgreiche Museumsarbeit heißt für uns enge Kooperationen mit anderen Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dabei sogar Teil unseres Auftrags. Forschungsinstitute und Universitäten sind uns wichtige Partner, um den hohen wissenschaftlichen Anspruch an unserer Arbeit umfassend sicherzustellen.

Als öffentlich gefördertes Museum, das zudem über eine große Tradition des bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamts verfügt, fördern wir eine bürgerfreundliche Partizipation an unserer Arbeit. Nicht nur beim Sammlungsaufbau sind wir besonders auf die Unterstützung von Ostpreußen bzw. Deutschbalten und deren Nachkommen angewiesen.

Unser Museum in Lüneburg

Unser Museum ist eine anerkannte Kultureinrichtung in Lüneburg auch für Lüneburger. Dies erreichen wir unter anderem damit, dass wir zeigen, wie trotz aller Herausforderungen die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten sich erfolgreich integriert und ihre neue Heimstatt vielfältig bereichert und modernisiert haben. Wir verstehen uns daher auch als treibende Kraft innerhalb der regionalen Kultur- und Bildungslandschaft.

Wir wollen die räumlichen Bedingungen unserer Arbeit optimieren, denn nur durch den konkret vorgesehenen Erweiterungsbau werden unsere Ziele des Sammlungsausbaus, der neuen deutschbaltischen Abteilung und der Gewinnung neuer Besuchergruppen in den nächsten Jahren erreichbar sein.

Wirtschaftliche Verantwortung

Unser Museum ist gemeinnützig und wird institutionell vom Bund und dem Land Niedersachsen gefördert. Diese öffentlichen Mittel wie auch viele private Spenden verpflichten uns zu einem kostenbewussten, verantwortungsvollen und zweckmäßigen Wirtschaften, was auch das Einwerben von Drittmitteln mit einschließt.


Unsere Mitarbeiter

Neben unserer Sammlung sind unsere Mitarbeiter/-innen die zentrale Ressource unserer Arbeit. Ihre Motivation und Zufriedenheit sowie gute Kommunikation sind uns daher ebenso wichtig wie ein respektvoller Umgang untereinander. Um moderne Erkenntnisse und Methoden aufgreifen zu können, sind uns lebenslanges Lernen und kontinuierliche Reflexion Ziel und Ansporn.


Lüneburg, im Juni 2011

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