Marianne Günther mit Schülergruppe 1943 © Foto: Privatarchiv Peyinghaus

Stille Jahre in Gertlauken?

22.4.2026 – 18:30 Uhr

Filmvorführung und Gespräch mit Prof. Margarete Götz
über Schule in Ostpreußen im Zweiten Weltkrieg

Einführung: Henriette Piper

Eintritt: 6,00 €

Im Jahr 1985 erschienen unter dem Titel „Stille Jahre in Gertlauken. Erinnerungen an Ostpreußen“ Briefe einer jungen Lehrerin aus Köln, die während des Zweiten Weltkriegs mehr als hundert Kinder in einem kleinen ostpreußischen Dorf alleine unterrichtete. Das Buch wurde ein Bestseller. In unserer Veranstaltung wird zunächst eine Dokumentation von Henriette Piper gezeigt, die die Geschichte der Lehrerin und ihrer ostpreußischen Schülerinnen und Schüler in den Jahren 1941-1945 erzählt. Deutschland befand sich selbstverschuldet in einem Krieg, in dem ein geordnetes Schulleben zunehmend unmöglich wurde. Gesellschaft und Schule waren der NS-Ideologie unterworfen. Konnte man unter diesen Bedingungen eine gute Lehrerin sein? Was lernten die Schülerinnen und Schüler tatsächlich? Im Anschluss an die Dokumentation wird Prof. Margarete Götz, eine Expertin für die Schule im Nationalsozialismus, den historischen Kontext erläutern und uns helfen, die Briefe und Zeugenaussagen aus der Perspektive jener Zeit zu verstehen.

Margarete Götz, geboren 1951 in Wallenfels, ist eine renommierte deutsche Pädagogin und Hochschullehrerin. Von 1998 bis 2017 war sie Lehrstuhlinhaberin für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik an der Universität Würzburg und von 2009 bis 2012 Vizepräsidentin der Universität. Der Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit lag auf der historischen Bildungsforschung im Bereich der Grundschulpädagogik.

Henriette Piper, geboren 1951 in Kiel, studierte Germanistik und Geschichte in Deutschland und Schweden. Nach einem Stipendium bei der Drehbuchwerkstatt München war sie seit 1992 Drehbuchautorin für Kino und Fernsehen ( u.a. „Das fliegende Klassenzimmer“, und „Der Kommissar und das Meer“). 2019 erschien ihr Buch „Der letzte Pfarrer von Königsberg“, die Biographie ihres ostpreußischen Großvaters Hugo Linck. Ihr Dokumentarfilm „Der Segen vom Altenberg“ (2020) erinnert an das segenreiche Wirken der Königsberger Diakonissen auf dem Altenberg bei Wetzlar.

Anmeldung erforderlich unter Tel. 04131-759950 oder