Leihausstellungen

Als einziges für ganz Ostpreußen verantwortliches Museum fühlt sich das Ostpreußische Landesmuseum verpflichtet, die reichhaltige Geschichte und Kultur der Region einem breiten Publikum in Deutschland und ganz Europa, insbesondere auch seinen jetzigen Bewohnern in Litauen, Polen und Russland nahezubringen. Gleiches gilt für die Siedlungsregionen der Deutschbalten im heutigen Estland und Lettland.

Zu diesem Zweck sind eine Reihe von Ausstellungen ausleihbar. Umfang, Gestaltung, Mehrsprachigkeit usw. variieren jeweils. Die Ausstellungen werden ohne Leihgebühr zur Verfügung gestellt. Versicherung, An- und Abtransport obliegen jedoch dem Leihnehmer.

Anfragen bitte an Dr. Jörn Barfod.

Unter "OL zu Gast in..." sehen Sie, welche Ausstellung gerade unterwegs sind!

Wolfskinder. Verlassen zwischen Ostpreußen und Litauen

Die Ausstellung thematisiert das erschütternde, gleichwohl wenig bekannte Schicksal elternloser Kinder auf der Flucht vor kriegs- und besatzungsbedingter Not, als nach dem nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungskrieg nun Ostpreußen als erste deutsche Provinz von den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs überrollt wurde. Bei seiner Eroberung 1944/45 wurden Tausende Kinder von ihren Angehörigen getrennt und mussten angesichts von Hunger, Kälte und Gewalt um ihr Überleben kämpfen.

Viele flohen über die Memel nach Litauen und wurden dort von Bauern heimlich aufgenommen. Ihre deutsche Herkunft musste verschleiert werden, die Kinder lebten vielfach unter falscher Identität. Manche vergaßen ihre ursprünglich deutsche Herkunft und verloren sogar die Muttersprache.

Erst mit dem Ende der europäischen Teilung 1990 öffneten sich neue Perspektiven. Ein Teil der Wolfskinder lebt noch heute unter sehr einfachen Verhältnissen in Litauen.

Ihnen widmet sich die Ausstellung. Sie basiert auf einem Oral History Projekt der Fotografin Claudia Heinermann und der Journalistin Sonya Winterberg, die über mehrere Jahre nach Litauen reisten, um die dort lebenden Wolfskinder zu besuchen. Mit ihnen sprachen sie über die Erlebnisse der Kindheit, die Flucht und das Leben hinter dem Eisernen Vorhang - ohne Wurzeln und voll der Sehnsucht nach Familie und Verwandten. Ihre bewegenden Schicksale werden so dem Vergessen entrissen und öffnen sich zu einem vielschichtigen Panorama der Zeitgeschichte.

Das Buch zu Ausstellung Wolfskinder, Fotos Claudia Heinermann, Texte Sonya Winterberg, Epilog Wolfgang Frhr. v. Stetten

50,00 €, ISBN 978-90-814089-3-6

Ausführliche Informationen zum Projekt: www.wolfskinder.eu

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert; es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit dem "Deutschen Kulturforum Östliches Europa e.V." in Potsdam.

Anfragen bitte an Deutsches Kulturforum Östliches Europa e.V.

»Alles brannte!« – Jüdisches Leben und seine Zerstörung in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen

Anlässlich des 75. Jahrestages der »Reichspogromnacht« vergleicht die Ausstellung die Situation der jüdischen Bevölkerung in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen miteinander und verdeutlicht, dass die Verfolgung und spätere Ermordung der Juden ähnlichen Mustern folgte.

Beide Provinzen waren annähernd gleich groß, hatten kulturell und historisch bedeutende Hauptstädte: Hannover und Königsberg. Die Ausstellung will die Situation der jüdischen Gemeinden bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten und ihre Verfolgung durch das neue Regime, die sogenannte Kristallnacht und die Auslöschung bis 1945 darlegen.

Die Ausstellung soll einen grenzüberschreitenden Beitrag zur gemeinsamen, deutsch-russischen Aufarbeitung der jüngsten Geschichte in Mitteleuropa leisten und ist daher zeitgleich in Deutschland und Russland zu sehen.

Ein gemeinsames Ausstellungsprojekt des Ostpreußischen Landesmuseums und der Bundesstiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin).

Die Ausstellung besteht aus 18 selbststehenden Roll-Ups. Der Text ist komplett deutsch und russisch, eine deutsch-englische Broschüre kann mitgeliefert werden.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog (296 Seiten) mit zahlreichen, bislang meist unbekannten Fotografien und vielen Zeitdokumenten in deutscher und russischer Sprache erschienen:

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Nordost-Institut (IKGN e. V.) (Herausgeber): »Alles brannte« – Jüdisches Leben und seine Zerstörung in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen, Berlin, 2014, ISBN: 978-3-942240-13-0, Preis: € 15,00. Erhältlich auf Deutsch und Russisch unter info[at]stiftung-denkmal.de

Anfragen bitte an Dr. Joachim Mähnert.

Walter von Sanden – Naturschriftsteller aus Ostpreußen

Walter von Sanden aus Klein Guja/Kr. Angerburg (1888-1972) gehörte um die Mitte des 20. Jh. zu den bekanntesten Naturschriftstellern im deutschsprachigen Raum. Besonders seine Titel "Das gute Land", "Ingo - die Geschichte meines Fischotters" und "Alles um eine Maus" erreichten hohe Auflagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fügte er seinem Namen den seines verlorenen Besitzes hinzu und nannte sich Walter von Sanden-Guja.

Die Ausstellung gibt einen breiten Überblick über sein Leben und Werk, seine vielseitigen Interessen und Leistungen. Auch wird sein Einfluss auf das Schaffen seiner Ehefrau, der vor allem als Tierplastikerin bekannt gewordenen Edith von Sanden-Guja (1894-1979), hervorgehoben.

17 Tafeln 60 x 80 cm
Textinhalte vollständig deutsch-polnisch
Versicherungswert: 3.000 Euro

Anfragen bitte an Dr. Christoph Hinkelmann

Heinz Sielmann – Ein Leben für die Natur

Der erfolgreiche und durch seine "Expeditionen ins Tierreich" weithin bekannte Tierfilmer und Naturschützer wuchs in Königsberg auf und erhielt in Ostpreußen seine naturkundliche Prägung.
Dort begann auch sein einzigartiger Erfolgsweg, in den Haffwiesen bei Königsberg entstand 1938 sein erster Film.

Die Ausstellung gibt die Stationen seines Lebensweges, seine großen Expeditionen und Kinofilme, seine Fernsehproduktionen, bis hin zur Abrundung seines Lebenswerks, der Heinz Sielmann Stiftung, wieder.

30 feste Tafeln, 75 x 140 cm
Vers.-Wert 15.000,- Euro
Herstellungsjahr: 2001

Anfragen bitte an Dr. Christoph Hinkelmann

Heinrich Bromm – Landschaftsaquarelle

Heinrich Bromm (1910-1941) gehört zu den herausragenden Meisterschülern der Königsberger Kunstakademie. Vor allem in seinen Landschaftsbildern ging er früh eigene Wege und erregte damit unter Kollegen wie beim Publikum einiges Aufsehen.

Sein Lehrer Eduard Bischoff (1890-1974) schrieb über ihn: "Dem Einfluss seiner Künstlerpersönlichkeit konnte sich wohl niemand in der Königsberger Kunstakademie entziehen. Bromm malte die ostpreußischen und andere Landschaften ganz frei aus seiner Farbvorstellung und aus seinem musikalischen Gefühl heraus."

20 Arbeiten
Vers.-Wert 20.000 bis 40.000 Euro
Katalog 6,00 Euro

Anfragen bitte an Dr. Jörn Barfod

Lieselotte Planger-Popp – Aus dem graphischen Werk

Die Ausstellung stellt die 1913 in Karlsfelde / Kreis Treuburg geborene Ostpreußin vor, die ihre künstlerische Ausbildung an der Kunst- und Gewerkschule in Königsberg vor allem auf dem Gebiet der Druckgraphik, Buchgestaltung und Kalligraphie erhalten und ihr Kunststudium später in München fortgesetzt hat.

Der Schwerpunkt dieser Ausstellung liegt auf den ostpreußischen Themen, den Flüchtlingsmotiven sowie den Illustrationen zu Werken von Agnes Miegel.

bis zu 30 Arbeiten

Anfragen bitte an Dr. Jörn Barfod

Flucht und Flüchtlingselend 1945

Ostpreußische Künstlerinnen und Künstler gestalteten diese Themen aus großer Betroffenheit und eigenem Erleben. Die geschaffenen Motive sind dabei ganz individuell. Situationsschilderungen von Treck, Krankheit, Gefangenschaft und Tod stehen neben Arbeiten mit Symbolik in gegenständlicher oder abstrakter Art.

20 bis 40 Grafiken

Anfragen bitte an Dr. Jörn Barfod

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